Ergotherapie

 

Definition Ergotherapie
( der Seite des Deutschen Verbands für Ergotherapeuten entnommen )

Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Diesen Menschen soll es ermöglicht werden, für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen, Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können.
Ziel der Ergotherapie ist es Betätigung zu erreichen. Gleichzeitig wird Betätigung als therapeutisches Medium eingesetzt.


Pädiatrie / Behandlung von Kindern
z.B. mit Wahrnehmungsstörungen:

Wahnehmungsbaum

Der Wahrnehmungsentwicklungsbaum

Der Wahrnehmungsbaum besteht aus den drei Basissinnnessystemen: dem vestibulären System (Gleichgewichtssinn), dem propriozeptiven System (Stellungssinn und Tiefenwahrnehmung) und dem taktilen System (Oberflächensensibilität).

Diese drei Basissinne sind die Wurzeln des Baumes und bilden in der kindlichen Entwicklung die Grundlage sensorischer Verarbeitung. Schon im Mutterleib werden sie ausgebildet und sind aktiv. Der Embryo verschafft sich durch Bewegungen, durch das Einnehmen unterschiedlicher Lagen und durch das Berühren mit der Uteruswand vor allem vestibuläre, taktile und propriozeptive Wahrnehmungsreize.

Den Stamm des Wahrnehmungsbaumes bilden die weiteren Sinnessysteme: das visuelle System (Sehen), das auditive System (Hören), das gustatorische System (Schmecken) und das olfaktorische System (Riechen). Nach der Geburt bilden diese Sinnessysteme eine Stütze für die Ausbildung unserer Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Aus den Wurzeln und dem Stamm des Baumes erwächst eine Baumkrone, die im Wahrnehmungsentwicklungsbaum die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Menschen repräsentieren.

Also kann man sagen, je mehr Nährstoffe der Baum durch seine Wurzeln und den Stamm erhält, desto besser gedeiht die Baumkrone. Und im übertragenen Sinne werden durch eine ausreichende Ernährung unserer Sinnessysteme mit Reizen unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten gebildet und ausdifferenziert.


1.) Die propriozeptive Wahrnehmung (Tiefensensibilität / Körpereigenwahrnehmung und Raum-Lage-Wahrnehmung)

Die propriozeptive Wahrnehmung umfasst die Bewegungen des eigenen Körpers oder der einzelnen Körperteile zueinander. Sogenannte Propriozeptoren befinden sich in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Sie informieren über Beugung und Streckung der Muskulatur sowie über die dabei auftretenden Spannungsverhältnisse (Druck, Zug und Vibration).


Zusammen mit der taktilen und vestibulären Wahrnehmung trägt sie zur Entwicklung des Körperschemas bei. Ohne die Informationen der propriozeptiven Wahrnehmung wüssten wir nicht, wo sich die einzelnen Teile des Körpers in diesem Moment befinden. Sie sind die Augen des Körpers, mit denen sich der Körper selbst wahrnimmt, und wenn sie nicht funktionieren, dann ist der Körper blind.

Die propriozeptive Wahrnehmung entwickelt sich ebenso wie die vestibuläre und taktile Wahrnehmung bereits im Mutterleib. Nach der Geburt hat sie wesentlichen Anteil bei der Aufrichtung des Kindes gegen die Schwerkraft. So geben die Hals- und Nackenmuskeln dem Kind Informationen über die Stellung seines Kopfes zum Körper und über den Raum.

In Kombination mit der taktilen und visuellen Wahrnehmung unterstützt sie das gezielte Greifen nach Gegenständen und hat somit in der weiteren Entwicklung entscheidenden Einfluss für die Formwahrnehmung und Formunterscheidung. Das Erlernen von Symbolen, Buchstaben und Zahlen ist eng an die Funktionsfähigkeit taktil-propriozeptiver Wahrnehmungsverarbeitung geknüpft.

Darüber hinaus bilden die Informationen des propriozeptiven Systems u.a. die Grundlage für das motorische Planen. Sie sind an der Koordination und dem harmonischen Ablauf von Bewegungen beteiligt. Dies betrifft sowohl das Erlernen grobmotorischer Bewegungsabläufe als auch feinmotorische Aufgabenstellungen, z.B. Schleife binden, Einhalten von Begrenzungslinien beim Schreiben, Malen, etc.




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2.) Die vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn / Stellungssinn)

Die vestibuläre Wahrnehmung ist für die Gleichgewichtsregulation des Körpers verantwortlich. Ohne sie ist z.B. in aufrechter Position keine koordinierte Bewegung möglich. Das Gleichgewichtsorgan befindet sich im knöchernen Labyrinth des Innenohrs. Es reagiert auf die Schwerkrafteinwirkung und auf Bewegungs- und Lageveränderungen des Körpers im Raum.

Das Vestibulärsystem entwickelt sich zwischen dem 2. und 7. Schwangerschaftsmonat. Durch Fremdbewegungen der Mutter und Eigenbewegungen des Kindes wird die vestibuläre Wahrnehmung stimuliert. Die Möglichkeit der Verarbeitung vestibulärer Reize ist bei der Geburt vorhanden und stellt die grundsätzliche Voraussetzung für eine normale Bewegungsentwicklung dar.

Die Gleichgewichtsregulation ist ein komplexer Vorgang, der auf einem Zusammenspiel des vestibulären, des taktilen und des propriozeptiven Wahrnehmungssystems beruht.

Die Beziehung zur visuellen Wahrnehmung wird uns bewusst, wenn wir uns mit geschlossenen Augen auf ein Bein stellen.

Die Verarbeitung vestibulärer und propriozeptiver Informationen beeinflusst außerdem gleichzeitig die Kontrolle der Augenbewegungen, was bedeutsam für die Hand-Auge Koordination ist, sowie die Kontrolle der Hals- und Nackenmuskulatur, welche bedeutsam für den Aufbau von Haltemechanismen und somit für die Gesamtaufrichtung ist.



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3.) Die taktile Wahrnehmung (Berührungsempfinden / Tastsinn)

Die taktile Wahrnehmung reagiert auf Informationen, die über das ausgedehnteste Sinnesorgan unseres Körpers, die Haut, empfangen werden (Berührung, Temperatur, Schmerz). Sie entwickelt sich über das globale Empfinden von Tasteindrücken hin zu einer zunehmenden Differenzierungsfähigkeit für Tasteindrücke. Diese trägt einerseits dazu bei, dass das Kind eine immer genauere Vorstellung von seinem Körper erhält und andererseits die unterschiedlichen Qualitäten von Materialien und Gegenständen in seiner Umgebung unterscheiden lernt.

Darüber hinaus stellt die Haut ein wesentliches Medium der Kontaktaufnahme und Kommunikationsmöglichkeit dar. Über die Haut nimmt das Kind die ersten Informationen aus seiner Umwelt auf und lernt Berührungen eine entsprechende Bedeutung zu geben. Darüber vermittelte Gefühle wie Zärtlichkeit, Vertrauen, Geborgenheit, Wärme sind wichtige Bausteine seiner psychisch-emotionalen Entwicklung.


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Ergotherapie bei erwachsenen Patienten mit z.B. neurologischen Störungen
(z.B. durch Schlaganfall, Herzinfarkt, Parkinson, usw.)


z.B.: Alltagstraining, Hilfsmittel finden und benutzen üben, Verbesserung der Bewegung / Motorik / Gleichgewicht und der Sensibilität, Steh- und Gehübungen, Lagerung, Schmerzlinderung .........
N1 N2 N3 N3
Neuro5
Neuro6
Neuro7
Neuro8
Neuro9
N11 N12 N12







Maßnahmen sind z.B. auch:

Training von Alltagsfertigkeiten bei Patienten jeden Alters, d.h. z.B. Kindern mit Wahrnehmungsstörungen, Kinder und erwachsene mit ADS / ADHS, geistiger oder körperlicher Behinderung, psychischer Erkrankung, Erwachsene mit neurologischer Erkrankung,
d.h. insgesamt Menschen, die aufgrund von Einschränkungen in einem oder mehreren Bereichen Schwierigkeiten haben, im Alltag selbstständig / alleine zurecht zu kommen:

Salzteig1 Salzteig2 K3 K4
Salzteig5
Salzteig6
Salzteig7
Salzteig8
Salzteig9
Apfel1
Apfel2
Apfel3

Hirnleistungstraining / kognitives Training
für z.B. Verbesserung der Konzentration, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, zeitlicher und räumlicher Orientierung, und mehr, bei erwachsenen Patienten, mit Einschränkungen in diesem Bereich durch z.B.: Schlaganfall, Alzheimer Erkrankung, psychischer Erkrankung, oder Kinder mit z.B. ADS / ADHS, usw.

kognitiv1
kognitiv2


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last update: 30.06.2006